Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen

Säulenarten

In allen Städten im Einflußbereich August des Starken sollten Distanzsäulen aufgestellt werden. Auf diesen waren die Entfernungen zu näheren und entfernteren Orten angegeben. Da sich diese Säulen immer in Städten befinden, werden sie auch „Stadtsäulen“ genannt.

Zürner ließ bei seiner Vermessung der Haupt- und Poststraßen jeweils im Abstand von 500 Ruten anhalten und einen nummerierten Holzpfahl einschlagen. Dies war dann der Standort für die später erfolgende Setzung der sog. „Straßensäulen“.

Als Ausgangspunkte der Zürnerschen Vermessungsarbeiten wurden die Posthäuser in Dresden und Leipzig festgesetzt. Aus desem Grund findet man machmal Angaben, daß eine Strecke z.B. „mit Leipziger Distanz“ vrmessen wurde. Das bedeutet, der Ausgangspunkt dieser vermessenen Strecke lag in Leipzig. 500 Ruten = 1/4 Meile vom Ausgangspunkt der Vermessung entfernt, wurde der Viertelmeilenstein mit der Reihennummer 1 gesetzt. Nach 1.000 Ruten = 1/2 Meile folgte mit der Reihennummer 2 eine Halbmeilensäule. Bei 1.500 Ruten = 3/4 Meile war mit der Reihennummer 3 wieder ein Viertelmeilenstein zu setzen und nach 2.000 Ruten = 1 Meile folgte die Ganzmeilensäule mit der Reihennummer 4. Viertelmeilensteine haben somit immer ungerade Reihennummern, Halb- und Ganzmeilensäulen gerade, wobei die Reihennummer einer Ganzmeilensäule stets durch 4 teilbar ist.

Diese Reihung wiederholte sich mit jeder neuen Meile und fand ihre Unterbrechung nur, wenn eine Stadt erreicht wurde, die Distanzsäulen als Torsäulen oder alternativ eine Marktsäule aufzustellen hatte. Die Messung erfolgte jedoch weiter ohne Unterbrechung. Nach dem Passieren der Stadt wurde die Straße mit der entprechenden Säule markiert. Wenn sich außerhalb einer Stadt die Straße verzweigte, so wurde mit der gleichen Reihennummer bis zur Landesgrenze weitergezählt, so dass die Reihennummern durchaus doppelt vorkamen.