Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen

Arm- und Wegweisersäulen, Kilometer-, Chaussee-
und Straßenwärtersteine


Bereits Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (1647-91) verfügte 1682 die Aufstellung hölzerner Wegesäulen, welche die bisherige Baummarkierung ablösen sollten. 1691 wurde dann die Errichtung hölzerner Armsäulen (damals „Armensäulen“ genannt) verfügt, welche an einem senkrechten Pfahl mitunter bis zu 5 beschriftete Arme trugen. Die als Richtungsweiser dienenden Arme waren weiß angestrichen und trugen schwarze Schrift. Der runde Säulenschaft war schwarz-gelb gestreift. Das Holz dafür durfte ohne Bezahlung den kurfürstlichen Wäldern entnommen werden.

1710 erfolgte eine erneute Anordnung dazu. Ab 1695 wurde auf Vorschlag des Leipziger Oberpostmeisters Daser die Straße von Dresden nach Leipzig mit viereckigen Eichenholzsäulen besetzt. Die bekannteste Abbildung einer solchen Säule existiert vom Postkurs Wittenberg – Dresden. Deren allgemeine Aufstellung wurde 1702 angewiesen. Neben den Ortsangaben trugen diese Säulen auch eine Jahreszahl und das Wappen mit den Kurschwertern, welches übrigens auch an den Armsäulen zu finden war.

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Wegweisersäule bei Elstra in der Oberlausitz
 
Wegsäule Johnsbach
 
an der S215
westl. Saidenberg

Basis für die eigenverantwortliche Errichtung neuer Wegweiser, zunächst aus Holz, später aus Stein, durch die zuständigen Kommunen waren Verordnungen der Landesregierung von 1820, die bis 1934 gültig waren, da die hölzernen Wegweiser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die sogenannten Armsäulen, nicht mehr vorhanden oder zumindest nicht mehr aktuell waren. Sie tragen i.d.R. Entfernungsangaben in Wegstunden (1 St. = 4,531 km) oder Kilometer.

1873 empfahl bekanntlich die Pariser Meterkonvention die Einführung des Meters und des Kilometers, deren Einführung 1875 im Deutschen Reich erfolgte. Nach bereits 15 Jahren verloren so die königlich-sächsischen Meilensteine ihre Funktion. Manche von ihnen wurden danach in Kilometer-, Grenz-, Chaussee- bzw. Straßenwärtersteine oder Wegweisersäulen umfunktioniert. Ein komplett neues System von Chausseekilometersteinen aus Postaer Sandstein wurde nur im Bereich des Straßen- und Wasserbauamtes Leipzig geschaffen. Alle Kursächsischen Postmeilensäulen und Königlich-sächsischen Meilensteine stehen in Sachsen als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz.

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Straßenwärterstein Grumbach
 
Kilometerstein Tharandter Wald